Samstag, 12. Dezember 2015

Die Vox Pop (Meinungsumfrage) als Ergänzung zu anderen Darstellungsformen


"Eine Vox Pop (Kurzform von lat. Vox populi, dt. Stimme des Volkes) ist ein journalistischer Beitrag in Form einer Meinungsumfrage (...) ein Zusammenschnitt aus prägnanten Meinungsäußerungen zufällig ausgewählter Personen, z. B. Passanten in einer Fußgängerzone bei politischen Themen oder Teilnehmer einer Veranstaltung." (Quelle: Wikipedia) Bei dieser speziellen Form der Umfrage wird Befragten immer dieselbe Frage gestellt und die Antworten hinterher zu einem Beitrag zusammengeschnitten. Sie ist häufig Bestandteil eines Berichts oder ergänzt andere Darstellungsformen wie Magazinstücke, Reportagen, Talkshows.
Die Antworten sind nicht zwingend repräsentativ, aber journalistisch dennoch sinnvoll, da sie einen Überblick zum Meinungsspektrum und Wissensstand geben oder einfach auch unterhaltsam sein können.

Diese Form der Umfrage wirkt:
  • durch die schnelle Abfolge von Antworten belebend
  • durch die Alltagssprache zuschauernah 
  • regt zum Mitdenken an, da Zuschauer sich leichter mit den Befragten identifizieren können als etwa mit Experten

Tipps und Regeln zur Gestaltung der Meinungsumfrage

Einige Regeln und Tipps für die optimale Gestaltung einer Vox Pop.

Auswahl der Befragten

  • Sollte überlegt geschehen. Für einen allg. Meinungsüberblick sollte n. M. ein Querschnitt der Bevölkerung befragt werden. 
  • Am besten Menschen untersch. Aussehens, Alters, Männer und Frauen im Wechsel. Sorgt für Abwechslung.

Der Aufnahmeort

  • Hängt vom Inhalt der Frage ab. Einen Querschnitt der Gesellschaft findet man zum Beispiel in der Fußgängerpassage, Studenten vor Universitäten, Reisende vor dem Bahnhof etc.
  • Dabei sollte auch den Ton gedacht werden, große Unterschiede in der Lautstärke (etwa Anfahren an Ampelkreuzungen) können beim Schnitt Probleme verursachen.
Tipp: Bleibt man vor der Tür und bildet das Gebäude nicht ab, ist eine Drehgenehmigung nicht erforderlich.

Der Bildhintergrund

  • Wertet eine Umfrage auf, z. B. Meinungen zum Sommerschlussverkauf sind vor Schaufenstern oder in Geschäften gut in Szene gesetzt, Blickfang sollte aber stets der Befragte bleiben
Tipp: Vorsicht mit Firmenlogos/Werbung im Hintergrund.

Das richtige Verhalten des Reporters

  • Die richtige Frage stellen, einfach verständlich, nicht zu schnell.
  • Suggestivfragen vermeiden. Frage so formulieren, dass nicht mit Ja/Nein geantwortet werden kann.
  • Verbale Zurückhaltung; nicht unterbrechen, nicht kommentieren. Verkompliziert Schnitt und Ton aus dem Off immer irritiertend für Zuschauer.

Technische Tipps

  • Zumindest leicht unterschiedliche Einstellungsgrößen für gut verständlichen Bildwechsel verwenden.
  • Abwechselnd links und rechts vor Befragten positionieren, um abwechslungsreiche Bildwechsel zu ermöglichen.
     

Recht am eigenen Bild und Wort strikt beachten!

Tipps für das Interview

Vorbereitung aufs Interview: Dabei geht der Interviewer vom Leser/Hörer aus: Für welche Informationen interessiert sich nach meiner Einschätzung der Leser/Hörer? Für welche sollte ich den Leser/Hörer durch meine Fragen interessieren?

Sorgfältige Recherche: Sich in der Sache so gut vorbereiten, dass man vom Interviewpartner ernst genommen wird und auch genügend Hintergrundwissen für kritische Nachfragen hat.

Vorbereitung auf die Person: Selbstverständlich sollte man den genauen Namen und Vornamen, Titel und Funktion kennen. Ist der Befragte ein verschlossener oder ein zugänglicher Mensch? Kann  er sich flüssig ausdrücken?

Interview-Verlauf:
• Gliedern Sie Ihr Interview-Thema in Unterthemen,
• Bei jedem Unterthema fragen Sie zuerst nach dem Allgemeinen.
• Mit den folgenden Fragen werden Sie spezieller,
• greifen nacheinander einzelne Aspekte auf,
• vertiefen den jeweiligen Sachverhalt,
• versuchen präzisere Antworten zu bekommen.

Das Vorgespräch dient vor allem der Herstellung eines Kontaktes. Außerdem sollte man:
• Formalitäten klären: Länge des Interview etc.
• Nachrecherche: Fehlen Ihnen noch Informationen für das Interview, die Sie vorher nicht bekommen konnten?
• Interview-Inhalt besprechen. Dafür gilt folgende Regel: So viel wie unbedingt nötig, so wenig wie möglich.
• Partner vorbereiten: Wollen Sie etwas fragen, worauf Sie Ihren Partner vorbereiten sollten (nicht jeder erinnert sich z.B. spontan an »ein besonders witziges Erlebnis«)?
• Die erste Frage. Manche Interview-Partner sind nervös und wollen sie gerne vorher wissen.

Quelle: Axel Buchholz, in: Radio-Journalismus, 9. Aufl. 2008

Bericht / Reporterbericht als journalistische Darstellungsform

Nachrichtensendungen bestehen unter anderem aus Berichten bzw. Reporterberichten, in denen über die wichtigsten Themen des Tages informiert werden. Inhalt dieser Berichte sind Hintergründe, Stellungnahmen von Beteiligten sowie die Einschätzung des Reporters. Dieser ist auch wesenentlich für die Produktion des Berichts verantwortlich: Er bereitet vor, recherchiert, führt persönliche Gespräche und ist vor Ort präsent. Er entscheidet, wie der Film gedreht und geschnitten werden soll, schreibt den Text und fungiert als Sprecher.

Bildsprache

Das Ziel: Bild, O-Töne und Text sollen in fester Beziehung zueinander stehen

Aussageangebot:
Durch Bilder wird dem Betrachter ein Angebot gegeben, der Betrachter muss die Aussage selber interpretieren. Durchdachte Bilder helfen dabei die Interpretation des Betrachter zu lenken

Aussagewunsch:
Die Gestaltung eines Bildes liegt in der Einschränkung nicht alles zeigen zu können, daraus ergibt sich jedoch die Ausschließlichkeit. Je größer die Ausschließlichkeit, desto geringer ist die Eigeninterpretation des Betrachters. Gezielte Weitergabe von Informationen wird so ermöglicht.
Deswegen ist es wichtig, genau zu wissen was Ausgesagt werden soll.

Orientierung des Zuschauers:
Was kann vorausgesetzt werden, was weiß der Zuschauer bereits.
Müssen Hintergrundinformationen erst gegeben werden, oder sind diese bereits vorhanden.  Wichtig, damit der Fokus auf das wesentliche gelenkt werden kann.
Wenn ein Mangel an Hintergrundinformationen vorhanden ist, gibt dies zu viel Raum für Eigeninterpretationen

- Horizontbildung durch informationen über Raum und Zeit (Intro, Stadt, Tag/Nacht, Straße, Wohnung, Wald/Strand)
- Horizontbildung durch begriffliche Einstellungen: Text wird als Orientierung zum Bild gegeben (Nahaufnahme Kindergesicht, Text sagt Schule), Bildbegriffe wie Olympiaringe ebenso möglich
- Emotionelle Horizontbildung, Anspielung auf Assoziationen wie Farben, Licht

Bildeinstellung unabhängig vom Inhalt geben weitere Möglichkeiten den Zuschauer in seiner Wahrnehmung zu lenken.
Vogelperspektive gibt überblick, Herabschauendes erniedrigt
Nahaufnahmen erzeugen Neugierde, Weitwinkel Desinteresse


Quelle: www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/bildsprache.pdf

Richtig Fragen – aber wie?

Interviews richtig führen, aber was muss ich fragen?

NiF: Nachricht im Film

Die Nachricht im Film (NiF) sind bebilderte Kurznachrichten, die v.a. in Nachrichtensendungen oder News-Shows eingesetzt werden. Sie werden auch Clip, Spot oder Fliess-Maz genannt. Klassische NiF-Themen sind z.B. der Verkehrsstau zu Ferienbeginn, umgestürzte Bäume nach einem Unwetter oder das Händeschütteln zwischen Politikern.

Eine NiF dauert zwischen 15 und maximal 30 Sekunden. Pro Bildeinstellung rechnet man mit 3-4 Sekunden, wobei auf die Bildinformation geachtet werden soll. Um eine Masse (z.B. bei einer Demonstration) zu zeigen, bieten sich Totalen an; um Inhalte zu beschreiben Einzeleinstellungen. Diese können sich auf Menschen, Sprechchöre oder Transparente beziehen. Die letzte Bildeinstellung sollte nicht mit dem letzten Wort der Nachricht enden, gerade auch wenn eine weitere NiF danach folgt.

Für den Sprechtext gilt die Grundregel von Nachrichten: Er ist auf das Wesentliche zu beschränken. Der Text soll die Bildinformation ergänzen und nicht jedes Bild erklären. Text-Bild-Scheren, bei denen der Text nicht zum Bild passt oder umgekehrt, sind zu vermeiden.

Die NiF als Fliess-Maz wird üblicherweise in moderierten Nachrichtensendungen als Gestaltungselement eingesetzt, um die Moderation bildlich zu unterstützen. Während der Moderator ein Interview ankündigt, werden an einer bestimmten Textstelle entsprechende Themenbilder ein- und ausgeblendet. Die Fliess-Maz dauert in der Regel 10 Sekunden.

Quelle: Sandro Viroli, Fernsehnachrichten, in: Dietz Schwiesau, Josef Ohler: Die Nachricht in Presse, Radio, Fernsehen, Nachrichtenagentur und Internet. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. München 2003

Die Reportage - ein persöhnlicher Blick in die Tiefe



Die Reportage hat als journalistische Form im Fernsehen eine Renaissance erlebt. Auch wenn sie in ihrem Format (min. 3min) nicht für klassische Nachrichtensendungen geeignet ist hat sie Formaten den Tagesthemen und verschiedenen Journalen ihren Platz.

Die Reportage unterscheidet sich zum Bericht vor allem in ihrer Betrachtungsweise. Ein Bericht gibt einen möglichst allgemeines und umfassendes Bild. Eine Reportage selektiert und fokussiert sich auf einen Aspekt und betrachtet diesen genauer. Beide verhalten sich zueinander wie Flutlicht zu Scheinwerfer. Ein Bericht über einen Bundesparteitag stellt z.B. den Vorsitzenden in den Mittelpunkt, wird Ausschnitte von den Reden aller Beteiligten und die wichtigsten Themen zeigen. Ein Report zum selben Thema könntet sich z.B. auf einen Delegierten konzentrieren und diesem einen Tag lang folgen.

Eine Reportage zeigt ein Beispiel. Sie ergänzt Nachrichten und Berichte, ersetzt diese aber nicht. Ein wichtiges Element der Reportage ist der  O-Ton (Originalton). Der Reporter lässt Menschen zu Wort kommen, erzählen, reagieren. In der Reportage sprechen normale Menschen über persönliche Dinge. Der Reporter kann als Fragesteller sichtbar sein; schließlich ist es seine Handschrift, die den Beitrag prägt. Mitunter werden solche Situationen auch nachgestellt, um einem Beitrag Reportagecharakter zu geben. Gelegentlich wird der Reporter gezeigt, wie er seinen Text (meist gehend) in die Kamera spricht. Dieses Konzept wurde in den USA entwickelt, soll die Aufmerksamkeit für die Szene steigern und sollte sparsam eingesetzt werden.


Mehr: http://www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/gebaute_reportage.pdf

Die Five Shot Regel

Die Five Shot Regel fordert, dass man eine Szene immer aus mindestens fünf Einstellungen dreht. Diese Regel hilft gemeinsam mit den fünf W Fragen „Wer“, „Was“, „Wann“, „Wo“, Warum“ immer genug Material für den Schnitt aufzunehmen.

Freitag, 11. Dezember 2015

Audio, Musik und Radio bei Onlinern im Aufwind

Die Nutzung der online Audio-Konsumenten wird mit dem Audio-Nettowert angegeben, dieser verallgemeinert alle Audio-Nutzungsformen. Der tägliche Audio-Nettobetrag liegt aktuell bei 13%.

In der regelmäßigen Nutzung der Onlinemusik  gibt es momentan einen Aufwind. Wo 2009 noch 54%  der User online Musik gehört haben, kommen dieses Jahr bereits 60% zustanden.
Dies ist teils durch neue Angebote wie Spotify, Deezer oder Napster begründbar, jedoch auch über die stetig steigende Anzahl an Podcasts und die Möglichkeit, Radioprogramme zeitversetzt hören zu können.
Besonders bei den 14-29 Jährigen gibt es momentan eine vermehrte Nuzung des Onlineangebotes.

Second Screen: Parallelnutzung von Fernsehen und Internet

Wer hat nicht schon parallel zum Fernsehen einen zweiten Bildschirm genutzt! In der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 haben die Fernsehsender den tatsächlichen Einsatz des sogenannten Second Screens ausgewertet.

Internetnutzung: Frequenz und Vielfalt nehmen in allen Altersgruppen zu


Internetverbreitung
  • Vergleichsweise geringe Zunahme der Zahl der Internetnutzer in Deutschland im Jahr 2015
  • 14-49-Jährige sind fast vollständig online, so dass das Wachstum v.a. von den Älteren ausgeht
Nutzungsintensität
  • Zunahme der täglichen Nutzung +8.5%; in der Altersgruppe ab 70 Jahren +44%
  • Mobiles Internet: erhöhte Nutzungsfrequenz, Smartphone als Allrounder
  • kostengünstigere Zugänge (höhere Bandbreiten) führen dazu, dass Nutzungsnischen und weitere Nutzungsvorgänge erschlossen werden
  • Tätigkeiten verschieben sich ins Internet
Nutzungszeit
  • Reihenfolge: Kommunikation (soziale Netzwerke, E-Mail) – Informationssuche – Videos, TV, Radio, Audio, Musik
Multifunktionalität
  • Durch die Breite der Tätigkeiten und Anwendungen wird das Internet zur Universalplattform für viele Alltagsbereiche
  • Wichtigkeit des Internets für individuelle Bedürfnisse
  • Internet der Dinge: vernetzt das Zuhause und die einzelnen Objekte darin intelligent miteinander

Erneuter Zuwachs bei Internet-Nutzung unterwegs – leichter Rückgang bei der Verweildauer


Mobiles Internet. Bildquelle: hostgator.com

















Ergebnisse der ARD-/ZDF-Onlinestudie 2015 in Bezug auf Nutzung des mobilen Internet.

Nutzerzahlen/Entwicklung

  • 55% der Onliner in Deutschland nutzen unterwegs das Internet „zumindest selten“ – 5 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor.
  • Das entspricht 30,7 Millionen Menschen in Deutschland, die 2015 zumindest ab und zu unterwegs das Internet nutzen.
  • Der Anteil der Mobile-Internet-Nutzer an der Gesamtbevölkerung liegt nun bei 43%.

 

Konsumierte Inhalte (hauptsächlich):

  • Informationssuche
  • E-Mails bearbeiten
  • Comunities
  • Wetterdienste

 

Verweildauer

  • Verweildauer der Mobile-Onliner liegt 2015 mit 176 Minuten Gesamtverweildauer (pro Jahr) 20 Minuten unter Vorjahresdurchschnitt.

 

Übersicht Mobile-Internet-Nutzer (unter Onlinern)


täglich genutzt
zumindest selten genutzt

2011
2012
2013
2014
2015
2011
2012
2013
2014
2015
Gesamt
8
12
21
22
23
20
23
41
50
55
Männer
11
14
25
22
25
26
27
46
52
55
Frauen
5
11
18
22
20
13
20
36
47
54
14-29 J.
14
25
44
48
48
31
42
66
75
81
30-49 J.
8
11
20
20
23
19
21
44
52
63
50-69 J.
3
4
6
6
6
9
11
21
30
32
ab 70 J.
0
1
0
0
2
3
6
9
14
15

Social Web: Ausdifferenzierung der Nutzung – Potenziale für Medienanbieter


Die Nutzung von Communitys ist 2015 ein weiteres Jahr in Folge nicht angestiegen. Eine wahrscheinliche Ursache ist, dass sich private Kommunikation verstärkt ins Instant Messaging – namentlich WhatsApp – verlagert. Bei den Communitys sind Instagram und Facebook sehr beliebt. Die größten Konkurrenten Google+ und Twitter sind deutlich abgeschlagen.

TV vs. Streaming-Dienste

Bewegtbild im Web. Wie sich TV-Kanäle die Zuschauer sichern sollten.

ARD/ZDF-Onlinestudie 2015: Darfs noch ein bisschen mehr sein?

Schockierende Neuigkeiten: sehr viele Menschen in Deutschland nutzen das Internet! Es waren schon immer viele, aber jetzt werden es sogar noch mehr – bei den Jugendlichen sind es schon alle… Aber auch Alte ziehen nach! Und bei mobiler Nutzung und Streamingangeboten von Video und Audio wird es sogar noch am meisten mehr. Unter Leute die das Internet immer zur Verfügung haben nutzen es am meisten.


Die Anzahl derer, die das Internet täglich nutzen, ist 2015 um 3,5 auf 44,5 Millionen (63%) gestiegen. Zugenommen hat auch die Unterwegsnutzung: mittlerweile greifen 30,7 Millionen (55%) unterwegs auf Netzinhalte zu, das sind 3,2 Millionen (+5%- Punkte) mehr als im Vorjahr. Auch die Nutzung von Videoinhalten und Fernsehsendungen sowie von Audioinhalten ist angestiegen: 53 Prozent sehen sich inzwischen mindestens einmal pro Woche Bewegtbildinhalte im Netz an, 33 Prozent nutzen Audioinhalte. Die Internetverbreitung in Deutschland wächst allerdings nur noch langsam: 2015 verfügen 79,5% der Deutschen über einen Internetzugang, das sind 56,1 Millionen Personen ab 14 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr beträgt die Zunahme nur noch 0,4 Prozentpunkte.

Die seit 1997 jährlich durchgeführte ARD/ZDF-Onlinestudie stellt 2015 nur noch einen minimalen Zuwachs der Internetverbreitung fest. Während bei den jüngeren Zielgruppen bereits seit Jahren eine Sättigung festzustellen ist, gehen die Zuwachsraten vor allem von den Über-60-Jährigen aus, von denen inzwischen die Hälfte das Internet nutzt. So ist das Alter der Internetnutzer von durchschnittlich 43 Jahren im Jahr 2014 auf 44 Jahre im Jahr 2015 angestiegen. Auch bei der täglichen Internetnutzung gibt es Altersunterschiede. Während bei den 14-49-Jährigen 85 Prozent täglich das Internet nutzen, sind es bei den Über-60-Jährigen nur 30 Prozent.

Weiter angestiegen ist die Internetnutzung unterwegs, so greifen 55 Prozent der Onliner (+5%-Punkte) auf mobile Netzinhalte zu. Dabei weisen Anwender mit mobilem Internetzugang die höchste Nutzungsintensität auf. Während die Anzahl der Internetnutzer in vielen Altersgruppen eine Sättigungsgrenze erreicht hat, steigt der Kreis der Online-Bewegtbildnutzer 2015 weiter an. 49% der Onliner (+4%-Punkte) sehen sich im Netz mindestens einmal pro Woche Videos oder Fernsehsendungen an, sei es auf Videoportalen, Mediatheken oder Streamingdiensten

Das Internet ist eine Universalplattform, die es dem Anwender ermöglicht, zu kommunizieren, Medieninhalte zu nutzen, zu spielen oder Transaktionen zu tätigen. Entsprechend verteilt sich die tägliche Zeit, die im Internet verbracht wird, auf unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Dabei entfällt 34% und damit der größte Anteil an der täglichen Nutzungszeit in der Gesamtbevölkerung auf Kommunikation. Jeweils knapp eine halbe Stunde bzw. 22% entfallen auf Informationssuche und Mediennutzung.

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Onlinestudie_2015/PM_ARD-ZDF-Onlinestudie_2015-10-12.pdf

Mein Vater ein Werwolf - Die Spiegelreportage von Cordt Schnibben

Mein Vater ein Werwolf. Oder: Aufarbeitung der Familiengeschichte eines Journalisten der Nachkriegsgeneration.

Das Oktoberfest-Attentat

Das Oktoberfest Attentat, eine transmediale Darstellung des Bayerischen Rundfunks

München, Oktoberfest, 26. September 1980, 22:14 Uhr, die Besucher verlassen das Oktoberfest, eine Explosion, 13 Tote und 211 Verletzte.

Die  Gestaltung der interaktiven Webdokumentation hinterlässt einen sehr Eindruck. Sie liefert eine detaillierte Darstellung der Geschehnisse um und nach dem größten Anschlag in Deutschland, seit dem 2ten Weltkrieg.
Es wird mit Originalaufnahmen begonnen, O-Ton von wenigen Minuten nach dem Anschlag mit Interviews, Videomaterial von Einsatzkräften, abgedeckten Leichen und verstörten Menschen.
Aufgebaut ist die Geschichte und Darstellung in 8 Kapiteln.

Kapitel 1: Das Attentat
Kapitel 2: Die Bombe
Kapitel 3: Die Hand
Kapitel 4: Mittäter
Kapitel 6: Gundolf Köhler
Kapitel 7: Die Politik
Kapitel 8: Wiederaufnahme

Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Journalist Ulrich Chaussy, welcher maßgeblich an der Wiederaufnahme der Ermittlungen am 11. Dezember 2014 beteiligt ist. Die Geschichte der Ermittlung wird nachempfunden und es gibt immer wieder aktuelle Interviews von Experten, die bei den damaligen Ermittlungen beteiligt waren. Unterstützt werden die damaligen Ermittlungsschritte durch Originalmitschnitte der Tageschau, Auszügen aus Polizeiakten und Interaktiven Karten. So kann das Geschehen des tragischen Unglücks nachvollzogen werden.

Wer rettet Dina Foxx? – ein zugängliches und aufwändiges transmediales Projekt

Wer rettet Dina Foxx?


Dina Foxx (gespielt von Jessica Richter) ist eine Onlineaktivistin, die als "Datagrrl" auf freidaten.org die User vor den Gefahren der Datensammlung durch Staat und Wirtschaft warnt. Der Charakter ist über Social Media und Guerilla Marketing Maßnahmen bekannt. Als sie sich für durch einen beruflichen Wechsel entscheidet verscherzt sie es sich mit den ehemaligen Weggefährten. Kurze Zeit später wird ihr Freund Vasco unter mysteriösen Umständen ermordet wird verdächtigt die Polizei Dina. Die wiederum glaubt, dass jemand im Netz ihr die sie mit gefälschten Beweisen verantwortlich machen will.

An der Stelle endet der endet der Krimi auf ZDF Info und der Zuschauer wird eingeladen, die Geschichte um Dina auf dem Blog freidaten.org zu Ende zu bringen. Es bietet sich dem geneigten Nutzer nun die Möglichkeit in 3 Wochen und 2 Schwierigkeitsgraden der Entwicklung zu folgen und aus Videos, Bildern, Geocashing-Events und Point&Click-Rätseln Hinweise zu sammeln und so den Fall für sich zu lösen, bzw. mitverfolgen wie der Fall gelöst wird.

Vom transsmedialen Aspekt her ist „Wer rettet Dina Foxx“ ein frühes und sehr zugängliches Beispiel. Die Ausgangssituation wird über Social Media und Guerilla Marketing initiiert und über das Fernsehen „klassisch“ vermittelt und wer weiter machen möchte benötigt erstmal nur einen funktionierenden Browser und den Wunsch weiter mitzumachen. Auch der zeitliche Aspekt ist nutzerfreundlich. Erst wird jeweils nur ein Medium auf einmal verwendet; die Häppchen sind also mundgerecht serviert. Gerade für Zuschauer, die sich bisher noch nicht transmedial Konzepte herangetraut haben bietet sich hier ein attraktiver Einstieg. Sie werden entspannt von der Couch abgeholt und involviert.

Bemerkenswert ist der Umfang des Projekts: online 300min Video, 30 Audiodateien, 20 Websites, 30 Social Media Profile und mehrere Live-Events.

Zusammenfassung auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=hJ05e94tx8Y


Die Völkerschlacht - Transmediales Online-Angebot des MDR


     
    Screenshot der Webseite
    • Transmediales Online-Angebot des MDR
    • Anlass Inszenierung der Schlacht der Verbündeten (Russland, Preußen, Österreich, Schweden) gegen Napoleon Bonapartes Truppen vom 16.–18. Oktober 1813 im Jahr 2013 als Schauspiel
    • Über 6.000 verkleidete "Uniformierte" und "Zivilisten" aus dem In- und Ausland stellten das Gefecht nach.
    • Online einheitlich präsentiert auf einer Seite der MDR-Website (mdr.de/völkerschlacht) mit Artikeln, Bilderstrecken, Videos und Podcasts zur Veranstaltung (in der MDR-Mediathek), animierten Infografiken, Buchempfehlungen etc. Thematischer Höhepunkt 90-minütige Aufzeichnung der Darstellung der Schlacht.
    • Inhaltlich dokumentierende und begleitende Inhalte, Hintergrundinformationen zur Veranstaltung, weiterführende Links zum geschichtlichen Hintergrund, Begleitfernsehprogramm etc.
    • Gleichzeitig Hörfunk-Programm
    • Quiz (!)
    • In sich geschlossene Informationseinheiten mit gemeinsamem Thema/Aufhänger.
    • Keine besonders ausgeprägte Social-Media-Komponente/geringe Interaktivität (bis auf Quiz).
    • Dennoch gesamte Bandbreite an verfügbaren darstellenden Medien ausgenutzt, eventuell um dem Umfang des Live-Schauspiels auch medial gerecht zu werden und ihm so eine zusätzliche Dimension zu verleihen.
    • Prestigeprojekt des MDR / der Öffentlich-Rechtlichen

    Der Mauerfall: Das geteilte Land


    Die Zeit nimmt das 25-Jahre-Jubiläum des Mauerfalls zum Anlass, um die Wiedervereinigung "berührbar" und "begehbar" zu machen und nutzt dazu den Zugang des Datenjournalismus (Das geteilte Land). Mit Scrollytelling, also dem Scrollen von oben nach unten, lassen sich die gesammelten und aufbereiteten Statistikdaten zu verschiedenen Themen in farbigen Infografiken erschliessen. Die Grafiken sind nicht interaktiv, sondern dienen vor allem zum Zugänglichmachen der Datenmengen durch Visualisierung.

    Die zwei eingebundenen Videos sind mit Musik untermalt aber unkommentiert. Es werden Bilder gezeigt von damals und heute und vom Grenzverlauf, wie er in der Vogelperspektive an manchen Orten in Deutschland noch sehr deutlich sichtbar ist. Der kurze Text zwischen den Grafik- und Videoblöcken dient als Überleitung zu den nächsten Infografiken.

    Die Webseite erzählt keine Geschichte, sondern beschränkt sich vor allem auf die multimediale Aufbereitung und Darstellung der statistischen Daten. Die Geschichte entsteht im Kopf. Die visuellen Inhalte sind praktisch unkommentiert. Die Webseite beinhaltet keine Links nach aussen, sondern verlinkt nur auf die Übersichtsseite zu den Artikeln der Zeit zum Thema und den Zeit-Blog.

    Der Mann, der den FC Bayern erfand


    Kurt Landauer war FC Bayern-Präsident und musste 1938 nach einer Internierung im KZ in die Schweiz flüchten. 1947 kehrt er nach München zurück und baut den am Boden liegenden Fußballverein wieder auf. Die ARD-Website liefert diverse Informationen zum preisgekrönten Spielfilm und Leben Kurt Landauers.

    Wir schlachten ein Schwein - Crossmediales Storytelling

    Das Zeit Magazin stellt in seinem Artikel „Wir schlachten ein Schwein“ die Geschichte einer Bauernfamilie aus Österreich dar, die Hausschlachtung praktiziert und nahezu alle Teile der geschlachteten Tiere verwertet. Umgesetzt wird die Story durch crossmediale Erzählformen.

    NSA FILES: DECODED - What the revelations mean for you

    Das Online-Special des Guardian NSA FILES DECODED - What the revelations mean for you nutzt verschiedene mediale Bausteine, um die Enthüllungen rund um die Arbeit der NSA greifbarer zu machen und die Konsequenzen für jeden Bürger zu verdeutlichen.