Samstag, 12. Dezember 2015

Die Vox Pop (Meinungsumfrage) als Ergänzung zu anderen Darstellungsformen


"Eine Vox Pop (Kurzform von lat. Vox populi, dt. Stimme des Volkes) ist ein journalistischer Beitrag in Form einer Meinungsumfrage (...) ein Zusammenschnitt aus prägnanten Meinungsäußerungen zufällig ausgewählter Personen, z. B. Passanten in einer Fußgängerzone bei politischen Themen oder Teilnehmer einer Veranstaltung." (Quelle: Wikipedia) Bei dieser speziellen Form der Umfrage wird Befragten immer dieselbe Frage gestellt und die Antworten hinterher zu einem Beitrag zusammengeschnitten. Sie ist häufig Bestandteil eines Berichts oder ergänzt andere Darstellungsformen wie Magazinstücke, Reportagen, Talkshows.
Die Antworten sind nicht zwingend repräsentativ, aber journalistisch dennoch sinnvoll, da sie einen Überblick zum Meinungsspektrum und Wissensstand geben oder einfach auch unterhaltsam sein können.

Diese Form der Umfrage wirkt:
  • durch die schnelle Abfolge von Antworten belebend
  • durch die Alltagssprache zuschauernah 
  • regt zum Mitdenken an, da Zuschauer sich leichter mit den Befragten identifizieren können als etwa mit Experten

Tipps und Regeln zur Gestaltung der Meinungsumfrage

Einige Regeln und Tipps für die optimale Gestaltung einer Vox Pop.

Auswahl der Befragten

  • Sollte überlegt geschehen. Für einen allg. Meinungsüberblick sollte n. M. ein Querschnitt der Bevölkerung befragt werden. 
  • Am besten Menschen untersch. Aussehens, Alters, Männer und Frauen im Wechsel. Sorgt für Abwechslung.

Der Aufnahmeort

  • Hängt vom Inhalt der Frage ab. Einen Querschnitt der Gesellschaft findet man zum Beispiel in der Fußgängerpassage, Studenten vor Universitäten, Reisende vor dem Bahnhof etc.
  • Dabei sollte auch den Ton gedacht werden, große Unterschiede in der Lautstärke (etwa Anfahren an Ampelkreuzungen) können beim Schnitt Probleme verursachen.
Tipp: Bleibt man vor der Tür und bildet das Gebäude nicht ab, ist eine Drehgenehmigung nicht erforderlich.

Der Bildhintergrund

  • Wertet eine Umfrage auf, z. B. Meinungen zum Sommerschlussverkauf sind vor Schaufenstern oder in Geschäften gut in Szene gesetzt, Blickfang sollte aber stets der Befragte bleiben
Tipp: Vorsicht mit Firmenlogos/Werbung im Hintergrund.

Das richtige Verhalten des Reporters

  • Die richtige Frage stellen, einfach verständlich, nicht zu schnell.
  • Suggestivfragen vermeiden. Frage so formulieren, dass nicht mit Ja/Nein geantwortet werden kann.
  • Verbale Zurückhaltung; nicht unterbrechen, nicht kommentieren. Verkompliziert Schnitt und Ton aus dem Off immer irritiertend für Zuschauer.

Technische Tipps

  • Zumindest leicht unterschiedliche Einstellungsgrößen für gut verständlichen Bildwechsel verwenden.
  • Abwechselnd links und rechts vor Befragten positionieren, um abwechslungsreiche Bildwechsel zu ermöglichen.
     

Recht am eigenen Bild und Wort strikt beachten!

Tipps für das Interview

Vorbereitung aufs Interview: Dabei geht der Interviewer vom Leser/Hörer aus: Für welche Informationen interessiert sich nach meiner Einschätzung der Leser/Hörer? Für welche sollte ich den Leser/Hörer durch meine Fragen interessieren?

Sorgfältige Recherche: Sich in der Sache so gut vorbereiten, dass man vom Interviewpartner ernst genommen wird und auch genügend Hintergrundwissen für kritische Nachfragen hat.

Vorbereitung auf die Person: Selbstverständlich sollte man den genauen Namen und Vornamen, Titel und Funktion kennen. Ist der Befragte ein verschlossener oder ein zugänglicher Mensch? Kann  er sich flüssig ausdrücken?

Interview-Verlauf:
• Gliedern Sie Ihr Interview-Thema in Unterthemen,
• Bei jedem Unterthema fragen Sie zuerst nach dem Allgemeinen.
• Mit den folgenden Fragen werden Sie spezieller,
• greifen nacheinander einzelne Aspekte auf,
• vertiefen den jeweiligen Sachverhalt,
• versuchen präzisere Antworten zu bekommen.

Das Vorgespräch dient vor allem der Herstellung eines Kontaktes. Außerdem sollte man:
• Formalitäten klären: Länge des Interview etc.
• Nachrecherche: Fehlen Ihnen noch Informationen für das Interview, die Sie vorher nicht bekommen konnten?
• Interview-Inhalt besprechen. Dafür gilt folgende Regel: So viel wie unbedingt nötig, so wenig wie möglich.
• Partner vorbereiten: Wollen Sie etwas fragen, worauf Sie Ihren Partner vorbereiten sollten (nicht jeder erinnert sich z.B. spontan an »ein besonders witziges Erlebnis«)?
• Die erste Frage. Manche Interview-Partner sind nervös und wollen sie gerne vorher wissen.

Quelle: Axel Buchholz, in: Radio-Journalismus, 9. Aufl. 2008

Bericht / Reporterbericht als journalistische Darstellungsform

Nachrichtensendungen bestehen unter anderem aus Berichten bzw. Reporterberichten, in denen über die wichtigsten Themen des Tages informiert werden. Inhalt dieser Berichte sind Hintergründe, Stellungnahmen von Beteiligten sowie die Einschätzung des Reporters. Dieser ist auch wesenentlich für die Produktion des Berichts verantwortlich: Er bereitet vor, recherchiert, führt persönliche Gespräche und ist vor Ort präsent. Er entscheidet, wie der Film gedreht und geschnitten werden soll, schreibt den Text und fungiert als Sprecher.

Bildsprache

Das Ziel: Bild, O-Töne und Text sollen in fester Beziehung zueinander stehen

Aussageangebot:
Durch Bilder wird dem Betrachter ein Angebot gegeben, der Betrachter muss die Aussage selber interpretieren. Durchdachte Bilder helfen dabei die Interpretation des Betrachter zu lenken

Aussagewunsch:
Die Gestaltung eines Bildes liegt in der Einschränkung nicht alles zeigen zu können, daraus ergibt sich jedoch die Ausschließlichkeit. Je größer die Ausschließlichkeit, desto geringer ist die Eigeninterpretation des Betrachters. Gezielte Weitergabe von Informationen wird so ermöglicht.
Deswegen ist es wichtig, genau zu wissen was Ausgesagt werden soll.

Orientierung des Zuschauers:
Was kann vorausgesetzt werden, was weiß der Zuschauer bereits.
Müssen Hintergrundinformationen erst gegeben werden, oder sind diese bereits vorhanden.  Wichtig, damit der Fokus auf das wesentliche gelenkt werden kann.
Wenn ein Mangel an Hintergrundinformationen vorhanden ist, gibt dies zu viel Raum für Eigeninterpretationen

- Horizontbildung durch informationen über Raum und Zeit (Intro, Stadt, Tag/Nacht, Straße, Wohnung, Wald/Strand)
- Horizontbildung durch begriffliche Einstellungen: Text wird als Orientierung zum Bild gegeben (Nahaufnahme Kindergesicht, Text sagt Schule), Bildbegriffe wie Olympiaringe ebenso möglich
- Emotionelle Horizontbildung, Anspielung auf Assoziationen wie Farben, Licht

Bildeinstellung unabhängig vom Inhalt geben weitere Möglichkeiten den Zuschauer in seiner Wahrnehmung zu lenken.
Vogelperspektive gibt überblick, Herabschauendes erniedrigt
Nahaufnahmen erzeugen Neugierde, Weitwinkel Desinteresse


Quelle: www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/bildsprache.pdf

Richtig Fragen – aber wie?

Interviews richtig führen, aber was muss ich fragen?

NiF: Nachricht im Film

Die Nachricht im Film (NiF) sind bebilderte Kurznachrichten, die v.a. in Nachrichtensendungen oder News-Shows eingesetzt werden. Sie werden auch Clip, Spot oder Fliess-Maz genannt. Klassische NiF-Themen sind z.B. der Verkehrsstau zu Ferienbeginn, umgestürzte Bäume nach einem Unwetter oder das Händeschütteln zwischen Politikern.

Eine NiF dauert zwischen 15 und maximal 30 Sekunden. Pro Bildeinstellung rechnet man mit 3-4 Sekunden, wobei auf die Bildinformation geachtet werden soll. Um eine Masse (z.B. bei einer Demonstration) zu zeigen, bieten sich Totalen an; um Inhalte zu beschreiben Einzeleinstellungen. Diese können sich auf Menschen, Sprechchöre oder Transparente beziehen. Die letzte Bildeinstellung sollte nicht mit dem letzten Wort der Nachricht enden, gerade auch wenn eine weitere NiF danach folgt.

Für den Sprechtext gilt die Grundregel von Nachrichten: Er ist auf das Wesentliche zu beschränken. Der Text soll die Bildinformation ergänzen und nicht jedes Bild erklären. Text-Bild-Scheren, bei denen der Text nicht zum Bild passt oder umgekehrt, sind zu vermeiden.

Die NiF als Fliess-Maz wird üblicherweise in moderierten Nachrichtensendungen als Gestaltungselement eingesetzt, um die Moderation bildlich zu unterstützen. Während der Moderator ein Interview ankündigt, werden an einer bestimmten Textstelle entsprechende Themenbilder ein- und ausgeblendet. Die Fliess-Maz dauert in der Regel 10 Sekunden.

Quelle: Sandro Viroli, Fernsehnachrichten, in: Dietz Schwiesau, Josef Ohler: Die Nachricht in Presse, Radio, Fernsehen, Nachrichtenagentur und Internet. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. München 2003

Die Reportage - ein persöhnlicher Blick in die Tiefe



Die Reportage hat als journalistische Form im Fernsehen eine Renaissance erlebt. Auch wenn sie in ihrem Format (min. 3min) nicht für klassische Nachrichtensendungen geeignet ist hat sie Formaten den Tagesthemen und verschiedenen Journalen ihren Platz.

Die Reportage unterscheidet sich zum Bericht vor allem in ihrer Betrachtungsweise. Ein Bericht gibt einen möglichst allgemeines und umfassendes Bild. Eine Reportage selektiert und fokussiert sich auf einen Aspekt und betrachtet diesen genauer. Beide verhalten sich zueinander wie Flutlicht zu Scheinwerfer. Ein Bericht über einen Bundesparteitag stellt z.B. den Vorsitzenden in den Mittelpunkt, wird Ausschnitte von den Reden aller Beteiligten und die wichtigsten Themen zeigen. Ein Report zum selben Thema könntet sich z.B. auf einen Delegierten konzentrieren und diesem einen Tag lang folgen.

Eine Reportage zeigt ein Beispiel. Sie ergänzt Nachrichten und Berichte, ersetzt diese aber nicht. Ein wichtiges Element der Reportage ist der  O-Ton (Originalton). Der Reporter lässt Menschen zu Wort kommen, erzählen, reagieren. In der Reportage sprechen normale Menschen über persönliche Dinge. Der Reporter kann als Fragesteller sichtbar sein; schließlich ist es seine Handschrift, die den Beitrag prägt. Mitunter werden solche Situationen auch nachgestellt, um einem Beitrag Reportagecharakter zu geben. Gelegentlich wird der Reporter gezeigt, wie er seinen Text (meist gehend) in die Kamera spricht. Dieses Konzept wurde in den USA entwickelt, soll die Aufmerksamkeit für die Szene steigern und sollte sparsam eingesetzt werden.


Mehr: http://www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/gebaute_reportage.pdf

Die Five Shot Regel

Die Five Shot Regel fordert, dass man eine Szene immer aus mindestens fünf Einstellungen dreht. Diese Regel hilft gemeinsam mit den fünf W Fragen „Wer“, „Was“, „Wann“, „Wo“, Warum“ immer genug Material für den Schnitt aufzunehmen.

Freitag, 11. Dezember 2015

Audio, Musik und Radio bei Onlinern im Aufwind

Die Nutzung der online Audio-Konsumenten wird mit dem Audio-Nettowert angegeben, dieser verallgemeinert alle Audio-Nutzungsformen. Der tägliche Audio-Nettobetrag liegt aktuell bei 13%.

In der regelmäßigen Nutzung der Onlinemusik  gibt es momentan einen Aufwind. Wo 2009 noch 54%  der User online Musik gehört haben, kommen dieses Jahr bereits 60% zustanden.
Dies ist teils durch neue Angebote wie Spotify, Deezer oder Napster begründbar, jedoch auch über die stetig steigende Anzahl an Podcasts und die Möglichkeit, Radioprogramme zeitversetzt hören zu können.
Besonders bei den 14-29 Jährigen gibt es momentan eine vermehrte Nuzung des Onlineangebotes.

Second Screen: Parallelnutzung von Fernsehen und Internet

Wer hat nicht schon parallel zum Fernsehen einen zweiten Bildschirm genutzt! In der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 haben die Fernsehsender den tatsächlichen Einsatz des sogenannten Second Screens ausgewertet.